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ein Paradies nach dem anderen

So ich war bei Sonntag so in etwa stehen geblieben... keine Ahnung mehr, was ich den Rest der Woche bis zum näachsten Wochenende gemacht habe.. das ja schon fast 2 Wochen her...  also fasse ich die Woche zusammen:

Verbrennung am Feuerplatz
Verbrennung am Feuerplatz

Also (montag, dienstag) ich, Johann, Peter (ich finde es unhöflicher sich selbst am Ende zu nennen) haben Äste abgesägt und mehr Licht geschaffen. Und siehe da, kaum habe ich ein paar Tannenäste vor dem Haus abgesägt, entdeckt eine Fußgängerin Marys Glasbilder und ich lade sie in den Garten ein...

Dann habe ich die Tage (mittwoch, donnerstag) das ganze Zeug verbrannt.

Johann hat bei Mary ordentlich aufgeräumt und weggeschmissen und ich habe ein Teil retten können. Ich habe jetzt ein Zelt und ein Skateboard und schöne Dinge in mein Wagen getragen, um es mir da heimisch zu machen.

Ich habe mir von zu Hause mein Fahrrad geholt und meine Schwarzlichtlampe, so wie einen bunten LED-Strahler, der auf Sound reagiert, um auch für den 3. September (Marys Überraschungsgeburtstagsfeier) Beleuchtung zu geben.

 

(Mittwoch)

Johann hat mir dann immer ne Schubkarre voll mit Zeugs gegeben, wovon ich jedes Teil an einen bestimmten Ort bringen sollte (Russenhütte, Gartenhütte, Rasenmäherhütte, Zigeunerwagen, Elektrohütte, Heilerhütte, Holzwerkstatt, Glaswerkstatt,... und diverse namenlose Orte zu denen eine wirre Beschreibung mich führen sollte...). Ich bin dann damit los und habe die Gegenstände davor oder drinnen abgestellt.

nach Köln
nach Köln

Die Feuer brannten gut und es war auch schon wieder 19 Uhr. Ich habe mich an dem Abend mit der Tiziana beim Ketan verabreet und wollte danach eigtl. noch ins Autonome Zentrum in Köln, wovon ich auch nochmal berichten möchte...

Davon habe ich ja ein bisschen schon im letzten EIntrag geschrieben. Lustig auch war, dass der KeTan auch jahrelang durch Eifel, Hunsrück, Taunus,.. gewandert ist und seine 2. Nacht beim Peter Stühlen in Herkenrath verbracht hat, also genau dort, wo ich auch eine Nacht war, aber nicht länger bleiben konnte... Ich bin dann da noch lange geblieben, weils so unglaublich interessant war. Ich könnte Seiten darüber schreiben.. jedenfalls dachte ich dann um 2 Uhr, dass ich mit der S-Bahn vom Eifelwall zum Bhf und dann nach Bensberg fahre und des Rest laufe... aber in Köln fährt um 2 und 3 Uhr keine einzige Bahn. Bin dann mit der RB um halb 5 und war dann so halb 6 zu Hause...

 

Am nächsten morgen (Donnerstag) kam dann eine ernste Unterredung mit Johann, dass er keine Lust hat mir hinterherzuräumen, und wenn ich etwas nicht komplett nach seinen Wünschen fertig machen kann, ich es doch bleiben lassen soll.

Ich wusste da schon nicht, was das soll. Ich habe das ganze Zeug zu den verschiedenen Orten gebracht, wo das dann wieder eingeräumt werden kann, das kann er ja machen, wenn er dann da ist. ich kenn mich in der Ordnung ja überhaupt nicht aus und bevor man das Teil nciht mehr findet, weil ich es falsch einsortiert habe, lege ich es doch einfach erstmal dahin. un von einordnen war ja auch gar nicht die Rede...

Am liebsten wäre ich gegangen in dem Moment, weil ich es einfach ungerecht fand mir vorzuwerfen, dass ich ihm alles nur noch schwerer mache, indem ich es eben nicht perfekt mache..

Naja..

Ich habe mcih dann ja noch um Mary Gemüsegarten gekümmert und die Tomaten von Mathew, der ne Woche weg war... Also ich hatte von morgens bis abends eigtl immer zu tun.

 

Am Donnerstag-Abend bin ich noch mit dem Peter nach Frechen (Köln) zu Peter's home gefahren. Er mit seinem Auto, das brauchte seine Mutter und ich mit Mary's mit ner Waschmaschine und Grill für Peter hintendrin. Da kamen wir dann auch erst gegen 22.30 nach Hause...

 

Am Freitag dann sind Peter und Johann nach Berlin ein Steinbild von Mary an einen neuen Besitzer geben und ein Glasbild an die Vermittlung als Geschenk. Eigtl. hieße es erst, dass ich acuh mitkann... aber habe ja auch mein Gemüse, um das ich mich kümmern muss...

 

Am Freitag-Abend habe ich dann ne Reihe Freunde eingeladen und Tristan, Ivan, Salim, Martin, Lizz, David und Eva sind gekommen. Sie alle waren begeistert vom Garten, Haus und Marys Kunst. Ivan hatte dann die Idee einen Apfelkuchen zu machen, wegen des vollen Apfelbaum im Garten und so haben die einen am Apfelkuchen und ich und Tristan am Abendessen gezaubert. Nach vielen spaßigen Stunden dann das total leckere Endergebnis.

Eigentlich war ich richtig froh, dass ich hier geblieben bin. So konnte ich endlich auch mal was entspannen nach der stressigen Woche und was mit meinen Freunden machen.

Wir haben zusammen noch Musik gemacht und Martin hatte seine Kamera dabei und mit dem bunten LED-Strahler und Mary's Linsenkästen total abgefahrene Aufnahmen gemacht. Ich hatte sowieso vor für den 3. September mir einen Beamer zu kaufen und für Mary Videoaufnahmen von ihrer Kunst und dem Ort zu mixen. (Ich bin ja VideoJockey). Die Aufnahmen wären ein Highlight darauf.

Zusammengefasst ein total cooler Abend.

tja damals kannte man noch kein Photoshop
tja damals kannte man noch kein Photoshop

Dann 3 Stunden geschlafen, damit ich auch meinen Aufgaben nachkomme, weil ich am Samstag auch nach Köln aufs "Sendungsbewusstseins-Festival" im Friedenspark wollte. Eigentlich ging das um 14 Uhr los, aber so schnell habe ich's nicht geschafft und dann noch meinen Bus verpasst, von Forsbach nach Rösrath gelaufen und die Bahn wegfahren sehen, mich dort ins Gras gelegt und ein Bierchen genossen. In Köln dann war 50-er Jahre Markt, eigtl. dachte ich cool.. vlt. nen paar Schätzchen.. aber doch nur KrimsKrams...

Dieses Bild fand ich ganz interessant. Damals war ein Foto noch ein Beweis für etwas, heute glaubt man nichtmals mehr daran. Woran man heute nur noch glauben kann, ist die eigene Erfahrung, mehr bleibt ja nciht.

Auch interessant in Köln dieser Spielplatz. Was für ein krankes Kind kann hier Freude und Lebenslust empfinden, und was soll man mit diesen Gebilden, die eher futuristische Kunst (aber auch nur vom Namen nach), als Spielgerät ist, machen? Da läuft doch eher der Hund zum Kacken als das Kind zum Spielen hin... Naja, kommen wir zum Friedenspark, der das Gegenteil davon ist.

Der Friedenspark

ist wohl in den 70er Jahren entstanden und ein wirklich schöner Platz. Mischung aus Natur und Jugendkultur.

Unten spielte einer die AkustikGitarre und sang und ich schaute mich ein wenig um und entdeckte einen Baumhaus/Hochsitz. Bin darauf habe mir mein 2. Bierchen aufgemacht, meine Pfeife rausgeholt und mein Leben genossen. Endlich Entspannung.

Dann kamen 2 Jugendlich vorbei. Genauso high wie ich und wollten auch noch auf mein Hochsitz. Ja, klar kommt hoch :D und so saß ich mit denen dort oben und wir lernten uns kennen. Sie kamen aus Dortmund und waren nciht wegen der gamescom in Köln. WIE? Wie kann man bei einem der wirklich selten schönen Tage in diesem Sommer den Tag in einem Messegebäude mit Computerspielen verbringen? Konnten die beiden auch nicht verstehen... Schrecklich wie da Computerspiele für manche zur Religion werden.. und die sind erlaubt, aber Peace rauchen verboten? Alles eine Sache des verantwortungsvollen Umgangs mit der Materie.

Ich erzählte ihnen davon, was ich mache und die beiden dachten, ich verarsche sie :D. Der Philip hat das total gefeiert und meinte, dass er da wen in Dortmund kennt und ne Adresse in den Niederlanden könnten sie mir vlt. auch anbieten.. Darüber hinaus erzählte er von einem bekannten, der wohl ähnliches in Neuseeland gerade macht. Super =) da will ich ja vlt. auch noch hin...

Ja, war echt super mit den beiden. Dann war der Martin da, mit dem ich mich verabredet hatte. Wir sind über den Platz und dann zum KeTan.

Martin, der auch ein bisschen auf der Suche nach einer Bewegung ist, war schon ziemlich beeindruckt auch, was hier so mitten in Köln abgeht.

Wir spekulierten über die Zukunft des Ortes und fachsimpelten.

Das Problem, dass wir sahen war, dass die Platznutzungen (wohnen, Kunst machen und Ausstellung) schwer miteinander vereinzubarn sind, weil ein gewisses Chaos entsteht. Ein weiteres, dass hier nicht nur Menschen wohnen, weil sie hier so leben wollen und alles darein stecken, sondern auch solche, die sich einfach selbstfinden wollen, was diese schwieriege Phase des "Sichdurchsetzen" gegen die Bauvorhaben der Stadt erlahmen.

Aber inspierend, bewunderswert und vorallem erhaltenswert ist es allemal. Das wirklich großartige ist, dass die Gemeinschaft ihre eigene Kultur entwickelt hat, was sehr sehr wichtig ist, damit sich eine Gemeinschaft bewährt.

Mary hat immer gesagt, wenn man ein Ökodorf/-gemeinschaft/ Kommune gründen will, dann ist es notwendig, dass diese spirituell ist. Alle Kommunen der 68er sind deswegen gescheitert, weil ihnen der spirituelle Background fehlte. So Mary. Ich denke, dass es aufjedenfall wichtig ist gemeinsame Riten abzuhalten, zusammen Musik zu machen und zu tanzen. All das passiert auch beim KeTan. Dort herrscht Leben. Bei Mary ist es leider ziemlich totenstill. Wenn ich nciht gerade Freunde einlade, fühlt man sich dort schnell einsam.

 

Wir haben ein bisschen mit KeTan gequatscht, der einmal erzählte, dass er vorher im Friedenspark (also wo wir vorher waren) gelebt hat und ein riesiges Nutzungskonzept mit allem drum und dran ausgearbeitet hat und dann wurde er beraubt (Laptop) und er stand ohne alles da und ist mit dem Rest was er noch hatte (Traktor und den 2 Wagen) auf dieses leere Gelände am Eifelwall. Erst nach einem halben Jahr hat man ihn dort entdeckt. In der Zeit hat er seine ganze Idee einer Transition Town hochgerissen. Nach dem fetten Polizeieinsatz kamen immer wieder Räumungsdrohungen... jetzt hat man dem Entwurf des neuen Stadtarchivs, welches dort gebaut werden soll, schon zugestimmt, aber die Drohungen sind seit einem halben Jahr verschwunden. KeTan hat für das Stadtarchiv einen viel idealeren Ort gefunden. Direkt nebenan ist eine riesen Schienenfläche, bei weitem größer, und wenn man das darüber setzt, spart man sich auch die ganzen Schallschutzwände, die darum gebaut werden sollen...

Leider fehlen dem KeTan die finanziellen Mittel sich durchzusetzen... es ist wirklich eine Schande, wenn die Stadt den Platz abreißt. Er ist vlt. nicht perfekt, aber er ist da und damit weiter als alle Zukunftsmodelle und -ideen.

Der KeTan wollte die Fläche auch mieten. Er hat die Stadt gefragt, aber die vermietet die Fläche nur an Ausländer, die nciht wissen, dass es eigtl. von der Stadt illegal ist dieses Gewerbegebiet als Wohnfläche zu vermieten...


Nach den ganzen Infos hat der KeTan dann noch eine passende Geschichte (Das Gauklermärchen von Michael Ende, welches er am liebsten hier auch aufführen würde) (wie ein echter Geschichtenerzähler (also jede Rolle gespielt))vorgelesen.

 

U-Bahn nach Bensberg dann durch den Königsforst-Wald gelaufen im Mondschein..

 

Sonntag.

Ich hatte meine Eltern eingeladen auch aus der Hoffnung, dass die mir ein bisschen vom Stress abnehmen können und über das Gemüse schauen können, weil ich nicht weiß / wusste, was ich schon ernten kann und was besser noch wachsen soll.

Johann hat mich immer wieder gefragt, ob ich denn schon alles geerntet habe (, wofür auch kaum Zeit da war) und ich habe ihn zurückgefragt, woran ich erkenne, was reif ist und was nicht. Bei Tomaten ist mir das ja klar, aber bei Gurken oder Zucchini, Kohlrabi oder Salatköpfen... die sehen alle aus wie aus dem Laden... nur wann ist das einzelne Gemüse wirklich reif?

Darauf wollte er mir keine Antwort geben.

 

Am Abend bin ich dann noch zum Martin mit dem Fahrrad gefahren. Nachts ohne Licht am Fahrrad so 13 km fahren. Wenn die Autofahrer auf der Hauptstraße einem entgegenkommen, blendet einen das Licht so dermaßen, dass man nur noch schwarz sieht und den Fahrradweg aus den Augen verliert. Das echt lustig/ bzw. spannend, besonders wenn man was geraucht hat. Die Fahrradfahrt tat mir richtig gut, weil ich den Kopf frei bekam davon, was ich alles vlt. noch machen muss u.s.w....

Ich dachte über meine Reise an sich wieder nach und kam zu dem Schluss. 3. September hin oder her, eigtl. muss ich wieder weiterreisen.. ich habe mich schon viel zu festgesessen und bei so vielen Familien war ich ja auch noch nciht.. und noch ist Sommer... so heißt es zumindest...

 


Montag

Ich bin morgens wieder zurückgeradelt und als ich in den Garten trat, stand da der bauer, der beauftragt war die Pferdescheune zu Mary's Garten zu transportieren. Aber seine Ansprechpartner waren alle nicht da. Ich suchte Johann auf und vermittelte.. dann duschen und in die Wohnung den Stand der Dinge hören.

Johann kam schon auf mich zu und meinte er müsste wieder mit mir reden.

In einem freundlichen (aber unterschwellig stinksauren) Ton erzählte er mir, dass es mit mir nicht so weiterging und ich doch bitte weiter wandern soll. Ich hätte bis heute nachmittag Zeit...

Das war ziemlich krass, vor allem, weil er noch sagte, dass ich seine Arbeit behindere, weil ich meine Sachen nciht richtig mache. Als würde mich das hier alles nicht kümmern und ich ihnen nur im Weg rumstehen.

Dabei bin ich extra geblieben, um ihm zu helfen für den 3. September alles vorzubereiten. Ich hätte auch das Dokumentarfilmprojekt vom Klaus in Frankreich 3 Wochen begleiten können, aber ich lehnte das Angebot ab, um hier mitzuhelfen. Und was wäre alles ohne mich nicht gegangen....

Wie viel habe ich schon vor seinem angespannten Nervenkostum abgefangen... aber das sieht er dann nicht. Aber folgendes: Zum Beispiel hat mir der Johann einen Zettel am Freitag noch geschrieben, dass ich die Wäsche aus dem Trockner oben im EssWohnzimmer auf die Couch legen soll. Genauso habe ich es getan. Dann ärgert es ihn aber, dass ich sie nicht  in Schränke eingeräumt habe. Die Wäsche bestand aus Handtüchern und weißen Teppichen, die es überall im Haus gibt. Ich hatte keine Ahnung an welchen Ort dieser Teppich sollte und ob das Handtuch sein oder Mary's Inventar ist und überhaupt habe ich es doch nur so getan, wie es auf dem Zettel stand. Aber gut, solche Dinge waren es dann die ihn so aufregten, dass ich doch gehen soll. Nach allem, was ich getan habe, werde ich so einfach von jetzt auf gleich (vor allem wo ich doch schon Fahrrad und Stuff von Zuhause geholt habe) des Ortes verwiesen.

Das fand ich hart, weil es auf dieser Art und Weise meiner Meinung nach völlig ungerechtfertigt ist, aber ich dachte mir sofort, wenn ich hier gehen muss, dann nur weil was besseres woanders auf dich wartet und gestern abend hast sdu ja selbst mit dem Gedanken gespielt.

Ich bat ihn darauf darum, bis Donnerstag zu bleiben, um mich von Mary zu verabschieden. Ich mache dann nur noch Gemüsegarten (in dem Gespräch hat er mir dann verraten, woran ich erkenne das Zucchini reif sind. Wenn man an sie klopft und es hohl klingt, sind sie reif. Warum sagt er mir das erst nachdem er mich rausschmeißt?) und verbrenne den Rest Äste, aber übernehme keine Aufgaben mehr von ihm, die ich ja eh nciht bewältigen kann.

Damit war er einverstanden bis Dienstag, dann sollte ich doch noch bevor Mary wiederkommt schon gehen.

Ich weiß nciht, welche Gründe darein spielten, dass ich noch bevor Mary zurückkommt den Platz verlassen musste, aber ich bin froh, dass ich gegangen bin. Ich habe es da auch kaum mehr ausgehalten. Die ganze Zeit dieser Stress und Erwartungsdruck haben keinen Spaß gemacht.

 

Am letzten Abend habe ich noch mit dem Bruder vom Peter gequatscht, der auch meinte, dass ich einfach hätte schneller arbeiten müssen. Immer 100% geben und über das Maß hinaus über dich hinauswachsen.

Das klingt ja alles gut mit über dich hinauswachsen und so... aber ich befinde mich hier doch (so eigentlich) im Einklang mit der Natur in einem spirituellen Garten. Da kann ich doch nicht hektisch durchhetzen den ganzen Tag. Ich meine ich bin oft genug dadurch gerannt, aber ich kann doch nicht den ganzen Tag mir immer nur Stress und *ich muss noch schneller sein* denken und dabei ganz das Auge für das verlieren, was ich eigentlich mache. Irgendwo ist die Arbeit auch Meditation, aebr das ist sie nicht mehr, wenn man sie gehetzt macht und sie war es ja schon kaum noch.

 

Naja.

 

4 gute Stunden Schlaf und dann bin ich Mittwochmorgen auf. Meine Sachen gepackt. Bett abgezogen. Mich herzlich von Johann verabschiedet. Ich mag mit niemandem im Streit auseinandergehen. Und meine Wanderung fortgesetzt. Ein herrliches Gefühl und das Wetter spielte mit =).

Ich bin dann noch Hoffnugsthal in den Bioladen in den ich all die Wochen schon immer wieder mal reinwollte um mir nochmal die Chai-Hafermilch zu kaufen, die soooooo lecker ist! Dadrin wurde ich gleich aufgrund meines Outfits angesporchen, ob ich enn wandere u.s.w....

ja, alles erzählt und toll und beispielhaft geerntet. So wie einen Hinweis auf einen schönen Wanderweg nach Rösrath die Sülz entlang.

Noch genau in die andere Richtung mir Handyguthaben kaufen und dann auf der Suche nach dem Pfad.

Da entdeckte mcih auch ein älterer Mann, der mich auch aufgrund meines Outfits (wahrscheinlich einfach wegen meinem Stock am meisten. Danke Sanjok ;)) ansprach. Mir den Pfad zeigt und mir viel Glück wünschte. Auch er kannte Mary Bauermeister und Johann mit dem er aber auch gar nicht klar kam...

Stark ermutigt machte ich mich dann von Hoffnungsthal (heißt nciht umsonst so) auf nach Lohmar. Dann auch ab der Sülz barfuß.

Wirklich schön an der Sülz und auch schöne Badestrände, wenn nicht Jugendliche mit Essen und Trinken herkämen und die Verpackungen da ließen...

Naja,.. ich bin dann auch ein bisschen durch den Fluß aber die Strömung war sehr stark und es war am Rand schon sehr tief und steil und zu gefährlich reinzufallen.

Weiter gewandert bis ein Gewitter aufzog an dieser hübschen Stelle. Ich bin dann zu dem Baum um mich dort unterzustellen, aber das war eine Eiche. Und ich habe schon gelernt bei Gewitter: "Buchen suchen, Eichen weichen." Das kommt daher, dass Eichen auf Wasseradern liegen und elektrische Ladung besonders gerne aufnehmen...

Ja ein bisschen weiter dann habe ich mich an ein Baum gelehnt, mich unter meinem Poncho verkrochen und was in meiner Lektüre "Magisch Reisen" gelesen. Dazu nochmal später.

 

Während ich 50 Seiten gelesen habe ist ein Gewitter nach dem anderen an mir vorübergezogen ohne sich abzuregnen.

Also dann weiter nach Lohmar und um halb 8 so bin ich völlig erschöpft im Ort angekommen. Dann bin ich einfach nur noch zum Martin der dort in einem hübschen Holzhaus recht interessant wohnt.

Es war ein Mittwoch und eigtl. wollte ich noch ins AZ und zum KeTan, aber schlechte ÖPNV-Verbindung und erschöpft. Noch was gequatscht und dann so 23 uhr oder so schlafen.

Dann früh auf. Gefrühstückt und mich gleich nützlich gemacht indem ich den Rasen gemäht und noch die Ränder mit der Schere kurz geschnitten habe. So habe ich mir das dann doch zumindest verdient meinen Aufenthalt und ich war von seiner Mutter eingeladen doch jederzeit wiederkommen zu können. Gerne.

 

Dann war Überlegung nach Königswinter (dort habe ich einen Kontakt, der eine Permakultur hat) oder nach Siegen (dort habe ich zwei Kontakte mit kleiner Landwirtschaft und bei einer könnte ich für meine Arbeit noch die Reikiweihe empfangen. Darüberhinaus einen Kontakt auf dem Weg dorthin, wo man Permakultur aufbauen möchte...)

Mein Gefühl sagte mir auch nach Siegen, außerdem wohnt da in 10km die Mara, die mich notfalls aufnehmen könnte, denn keine Ahnung, ob das überhaupt noch klappt mit dem *an Häusern klingeln und hoffen gegen Arbeit aufgenommen zu werden*.

Zur Zeit, als ich diese Wolkenformation sah, habe ich an meinem ersten Haus geklingelt. Ein Haus mit kleinem Verkauf von selbstgebranntem Schnaps, Wein...

Nichts zu tun... naja.. ich bin ja auch noch nciht so lange unterwegs.. und bisher wurde ich immer erst gegen abend/ bzw. wenn ich völlig erschöpft war aufgenommen.

Ein bisschen weiter war ein hübsches Fachwerkhaus mit Anti-Atomkraft-Aufkleber. Fachwerkhäuser sind sowieso immer ein Versuch wert und dann noch der Aufkleber und der schöne Garten.

Ich klingelte.. niemand machte auf. Aber bei einem solchen Glücksfall muss man nochmal klingeln. Wieder nichts.

Ich bin ein bisschen rum und ein junger Mann so in meinem Alter stand da im Garten. Ja, gerne aufgenommen und alles coole sache soso... aber gerade schlecht und so aber viel Glück.

Visitenkarte weitergegeben und weiter.

Ich bin dann zu dieser Kapelle und habe mich dort kurz ausgeruht. Im Garten wuchsen herrlich-leckere Äpfel, die dann mein Mittagessen wurden und der Baum vor der Kapelle spaltete sich in mehrere Stämme. Nach meinem Buch Magisch Reisen bedeutet das, dass der auf einer starken Erdenergielinie liegt. Weiter stand im Buch, dass Klöster und spirituelle Orte immer nach geomantischen Grundlagen erbaut worden sind. Das passt ja sehr gut. Ein weiteres interessantes Merkmal war, dass die Kapelle genau auf den Kölner Dom gerichtet war, den man von dort aus super sehen konnte. Leider auf dem Foto kaum.

Ich habe es dann in dem nächsten Dorf weiter versucht und habe auch wieder ein tolles Fachwerkhaus gefunden. (Ich bin echt froh, dass ich mich für diese Richtung entschieden haben. Die Natur und die Dörfer haben hier einiges zu bieten.) Draußen war ein Biergarten und Grill und alles sehr freundlich. Bestimmt Fremden gegenüber auch offen dachte ich mir. Ich erzählte von mir (mit jedem Mal verbesserte ich so ein bisschen, was ich sagte und man muss es ja auch auf die Person und alles anpassen) und die Frau sagte, dass sie selbst 3 Söhne habe, "aber Moment mal". Dieses "Moment mal" hatte ich auch schon vorher. Das heißt nicht, dass es eine Unterredung mit der Rest der Familie gibt, sondern vorher hieß es einen Apfel und einen Pfirsich. Dieses Mal kam die Frau mit 5 Euro raus.

Ich nahm sie entgegen, dankte und verabschiedete mich.

Hmmm.. warum habe ich die gerade angenommen, dachte ich. Weil es sich so gehört, aber wie paradox das doch ist. Da klingelt jemand an der Tür, der bereit ist alle Arbeiten zu übernehmen ohne dafür Geld haben zu wollen und man gibt ihm Geld. Ein Mensch der aus dem Geldsystem aussteigen will, wird damit unterstützt, dass man ihm Geld gibt? Woanders könnte ich vlt. wieder sagen: "Hey ich habe 5 Euro, kann ich vlt. die Nacht bei ihnen schlafen?" Ein Verscuh vlt. mal wert. Wäre lustig, wenn das klappt.

Na, ich fands schon lustig, wie eine Unterstützung einen dann eigtl. vom Eigentlichen wegholt und wieder ins System zwängt von wegen such dir eine Jugendherberge, kauf dir neue Schuhe.. KONSUM, KONSUM...

 

Auf zum nächsten Dorf. Im Rücken hatte schwarze, donnernde Wolken, die sich dann doch was auflösten und völlig an mir wieder vorbeizogen... Habe ich mir völlig unnötig Gedanken um Regen gemacht? Werde ich von der Sonner verfolgt auf meiner Reise? Mut macht es :)

Im nächsten Dorf kam eine alte Frau auf mich zu und interessierte sich erst für mich erzählte dann aber die ganze Zeit aus ihrem Leben und hatte am Ende doch keinen Tipp für mich, wo ich hingehen könnte.

Gleich dort war ein Wildfleischgeschäft. Gerne, aber leider nichts zu tun hieß es. Zumindest habe ich mich noch ein bisschen über den Wildfang informieren können. Letztens habe ich einen Jäger getroffen am Maisfeld. Die Saison aht angefangen. Er muss WIldschweine schießen. Ich hatte mich gefragt, was dann mit dem Fleisch vom Tier passiert. Naja, jetzt weiß ich es. Es geht an einen Wildfleischmetzger, der verarbeitet es und gibt es oft dann dem Jäger gegen Lohn zurück, sonst verkauft er es in seinem Laden.

Er bot mir noch an einen Freund in Unterschbach zu fragen, der gerade seine Wohnung renoviert. Aber Untereschbach ist wirklich doof.

Also weiter ein paar gute potentielle Häuser abgeklappert aber leider nichts.

Schließlich dieses Haus:

Naja, man sieht mehr Auto als Haus, was daran liegt, dass ich glaube, dass mein Vater den gleichen Wagen hat.

Das habe ich denen dann auch in einem Brief geschrieben, denn es war leider wirklich keiner zu Hause und ich hatte die Hoffnung, dass sie vlt. wiederkommen und mcih anrufen, denn das schöne Holzhaus mit der gleichen Hausnummer wie der unsrigen, die auch meine Oma schon hatte und die Mary und gegenüber von der Wohnung meiner Mutter liegt.

Brief geschrieben wieter gewandert, da sehe ich das ein Auto jetzt da hereinbiegt.

ALso zurück, vorgestellt, darauf hingewiesen, welch großer Zufall das ist mit Auto und Nr. und dass es doch was bedeuten muss und ich konnte eintreten.

Der Familienvater hatte das Bein gebrochen. Gut, weil ich ihm so viel helfen konnte; Schlecht, weil dadurch das Gästezimmer belegt war, da er nicht die Treppen raufkam. Auf der Terasse hätte ich schlafen können...

Ich habe mit ihnen lecker zu Abend gegessen und überlegte dann.

Ich habe es geschafft bei einer Familie unterzukommen. Also Schub für mein Reise-Selbstbewusstsein. Muss jetzt aber nicht hier schlafen, weil ich ja auch weiter will und hier doch nicht viel zu tun ist, wo ich helfen kann.

Dann geh ich doch lieber jetzt noch bis nach Seelscheid zur Mara. Da kann ich drinnen schlafen und habe noch nen paar Kilometer geschafft.

Als ich in der Tür war, kam die Frau noch auf die Idee bei wem ich noch unterkommen könnte.

Es war schon halb 9 und der Weg ging in die Richtung zurück... aber es klang ganz gut, was sie mir erzählte und ich bin dann mal dahin.

Leider hatte wusste sie weder Straße noch Hausnummer und die aufgemalte Karte schickte mich irgendwie ganz woandershin.

Also habe ich mich nach dem Namen Brombach, der da noch stand durchgefragt und bin bei den Eltern gelandet. Das rechts ist deren Haus. Links deren Hospiz. Schön oder?

Ja, die Handycam leuchtet total hässlich aus, aber lieber so als total schlecht farbveränderte Bilder, wie ich sie letztens - im Internet bei der Buchung einer Reise für die Familie Brombach in die Türkei-  von einer Hotelanlage sehen musste.

Ja, also hier kam ich dann unter.

Ich stand in dem Torbogen des Vorgartens und da kam mir der Jo schon entgegen. Ich fragte nach Ben und Gesche Brombach. Ja, die sind im Urlaub, aber komm doch mal rein.

So ich habe von mir erzählt... Tja.. Arbeit gibt es und Schlafmöglichkeiten auch.. und eigtl hatte ich mich schon mit Schlafen bei Mara angefreundet... aber cool wenn das hier klappt. okay... und dann BAM sehe diesen fetten Wintergarten. Halleluja.

Allerdings gegen 21 Uhr abends im dunkeln, schön beleuchtet und alles...

Dann wurde ich zu meiner Hütte geleitet. Luxus, Luxus. Eigenes Bad und Küche!

Total schöner Garten auch hier alles. Also ich dachte ja schon bei meiner ersten Familie: PARADIES. Das sich das dann immernoch immer wieder steigern kann, hätte ich nciht gedacht.  Und doch denke ich auch immer wieder an meine Aufenthaltsorte vorher und wäre gerne nochmal hier und dort.

Ich habe mir schon überlegt, wenn es mehrere meiner Art gäbe... bzw.. Ich könnte so ein Internetportal machen, wo Adressen stehen, wo man hingehen kann um dort ohne Geld zu leben für Arbeit.

Bei uns zu hause. Wir haben auch eine große Gartenhütte mit toller Schlafmöglichkeit und Hilfe könnte man bei uns sicherlich auch gebrauchen und ich denke davon gibt es noch mehr.

So ein westliche, jugendliche Wanderarbeiter-Bewegung :D Warum nicht.

Super passend würde das auch in die Kette der Schlagzeilen der Zeit. Habe da schon immer bei der Mary geschaut. Die hatte die auch abonniert und hier die jetzt wieder:

Also wir vergessen, was wir in der Schule gelernt haben und rebellieren gegen das falsche System. Wie sieht das zum Beispiel aus? Ja, folgt meinem Beispiel zum Beispiel. Also nächstes Titelthema der Zeit: "Ohne Geld durch die Welt" Wäre schon toll, wenn ich eine Bewegung anstoßen könnte, wobei ich zwei Sachen fürchte. Einmal, dass mögliche Nachahmer eine wachsende Akzeptanz bei den menschen missbrauchen und zum anderen, wenn die Akzeptanz wächst, dann finde ich nicht mehr die besonderen Menschen und andersrum, wenn es ein Trend wird und jeder meint es mal zu machen, kommen auch keine besonderen Menschen zu Familien ins Haus. Damit meine ich, es sollten nur die Menschen machen, die auch den inneren Auftrag haben es zu tun. Oder das starke Bedürnis es wirklich machen zu müssen.

Noch zu dem wo ich hier bin... (bin jetzt echt müde.. 3 Uhr morgens... sitze ich jetzt schon 3-4 Stunden hier dran? Warum vergeht die Zeit so schnell, wenn man am PC sitzt?)

Also der Jo ist Theologe und Psychologe, Christ und Buddhist. Hat das halbe Haus gebaut und die Gartenhütten und Hospiz entworfen, was der Wunsch seiner Frau Sybille war und ist.

Ich habe jetzt im Garten gearbeitet, der soll ein japanischer ZEN-Garten werden und den Weg zur Quelle (dazu noch kurz: "Hydraulischer Widder"(pumpt durch Druck das Wasser ins Dorf ohne Strombedarf) ausgebessert. Da sind Steinplatten abgerutscht udn dies das. Habe Pflaumen gepflückt, Ziegen und Kaninchen gefütter, BücherwandEtage ausgeräumt/gesäubert und versch. andere Sachen noch.. Jedenfalls auch immer von morgens bis abends zu tun.

Im Anhang einfach mal Fotos von allem hier. Der Meditationsraum ist auch super.

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Kommentare: 1
  • #1

    Papandreas (Dienstag, 30 August 2011 20:18)

    Hallo Chris,
    da hast du aber jetzt sehr ergiebig geschrieben und mit vielen schönen Bildern. Da kann man deine Erlebnisse und dein Befinden schon gut nachempfinden. Dass du jetzt wieder viel Glück mit deinem Quartier hast, toll. Das "im Wald schlafen" wäre jetzt schon recht kalt. 4°C. Wir haben August und es geht stramm auf den Winter zu!!
    Wäre übrigens schön, wenn auch Andere hier Kommentare schreiben würden. Das kenn ich von anderen Blogs.


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